Das autonome Nervensystem – unser Selbstschutzsystem

Das autonome Nervensystem

Das autonome Nervensystem ist ein Selbstschutzsystem, das aus dem 200 Millionen Jahre alten Sympathikus und dem Parasympathikus mit seinen zwei Schaltkreisen besteht, wovon der ältere 500 Millionen Jahre alt ist. Die Hauptaufgabe von unserem brillanten Selbstschutzsystem besteht darin, uns um jeden Preis am Leben zu halten und für Sicherheit zu sorgen – alles andere ist nachrangig. Auch, oder insbesondere, unsere tiefsten Wünsche und Sehnsüchte.

Wir erleben unser autonomes Nervensystem auf zwei verschiedene Arten: in Regulation und in Dysregulation. Wenn unser Nervensystem reguliert ist, bedeutet dies, dass die dafür verantwortliche Instanz geprüft hat, dass das, was wir gerade erleben sicher ist. In einem Zustand von Regulation fühlt sich das Leben leicht oder zumindest machbar an, Körper & Geist sind in Balance, wir haben Zugang zu unseren Fähigkeiten, Fertigkeiten & unserer Kreativität, wir setzen unsere guten Vorsätze in die Tat um, spüren Verbundenheit mit uns und anderen Lebewesen, unsere Gedanken verursachen keinen Schmerz und viele andere tolle Dinge, die wir uns alle auf die ein oder andere Art wünschen.

Ein reguliertes Nervensystem ist die Basis für alles in unserem Leben. Einer der Hauptgründe für Leiden liegt darin, dass wir nicht genug Zeit in Regulation verbringen – was nicht unsere Schuld ist. Es hat uns einfach bisher niemand unser System und wie wir Kontrolle darüber erlangen können, erklärt. Wenn unser Nervensystem „denkt“ dass das was wir erleben – im Außen oder in uns – oder das was wir uns wünschen, nicht sicher ist, geht es in die Dysregulation. Dysregulation ist nichts anderes als aktiver Selbstschutz. Vielleicht denkst Du jetzt, ich fühle mich heutzutage sicher im Leben. Wieso sollte mein Nervensystem mich schützen wollen?

Lerne Deinen inneren Gefahrendetektor kennen

Wir alle haben eine Instanz in uns, sie heißt Neurozeption, die Instanz der Gefahrenerkennung. Es ist wie eine unsichtbare Kamera, die jede Millisekunde unseres Lebens für uns prüft, ob das, was wir gerade erleben – im Außen oder in uns – sicher, gefährlich oder lebensbedrohlich ist. Die Einordnung erfolgt im Abgleich mit unserer internen Datenbank von Erlebnissen, weswegen diese Einschätzung immer sehr individuell ist. Wenn es für mich in der Vergangenheit z.B. nicht sicher war, für mich und meine Bedürfnisse einzustehen, weil ich dann lächerlich gemacht, ausgeschlossen oder irgendwie gemobbt wurde, dann kann es sein, dass mein autonomes Nervensystem über Dysregulation verhindert, dass ich heute für mich und meine Bedürfnisse einstehe – auch wenn das heute nicht mehr gefährlich ist. Mein autonomes Nervensystem hat aber genug Information aus der Vergangenheit, dass dies nicht sicher war und es schützt mich durch Dysregulation.

Wie erleben wir ein dysreguliertes Nervensystem

Entweder indem der 400 Millionen Jahre alte Sympathikus aktiviert wird, den ich in Form von Anspannung, rasende Gedanken, Sorgen, Ängste, Panik, Frustration, Wut  u.v.m. erlebe.
Oder durch Aktivierung des 500 Millionen Jahre alten dorsalen Vagus, also der älteste Teil von unserem Parasympathikus und das erlebe ich als Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit, Niedergeschlagenheit, Gehirnnebel, Schwere oder einfach Unfähigkeit uvm.
Es gibt noch einen Misch-Zustand, der gleiche Anteile an sympathischer Aktivierungsenergie und dorsaler Shutdown-Energie hat. D.h. ich will für mich einstehen, aber ich schaffe es nicht. Ich will ein Coaching buchen, aber wann immer ich zum Telefon greife, verlässt mich die Kraft. Ich möchte unbedingt diese Selbstliebe-Übung machen, die ich im Kurs gelernt habe, aber ich schalte dann doch Netflix an.
All das sind lediglich Symptome. Angst ist ein Symptom, Niedergeschlagenheit ist ein Symptom. Prokrastination ist ein Symptom. Emotionales Essen ist ein Symptom.

Wahre Veränderung geschieht auf der Ebene des Nervensystems

Mein Nervensystem möchte nicht, dass ich leide oder irgendwo im Leben feststecke. Es weiß einfach noch nicht, dass die Dinge, die ich mir wünsche, für mich sicher sind. Ich kann mich nicht aus einem dysregulierten Zustand herausdenken oder herausaffirmieren, denn ein überaktiviertes Gehirn bzw. ein Gehirn im Shutdown-Modus versteht keine Worte. Wahre Veränderung geschieht dann, wenn ich mit meinem Nervensystem Freundschaft schließe, indem ich die somatische Sprache meines autonomen Nervensystems lerne und spreche und auf dem Niveau des  Nervensystems, also über Regulation, gewünschte Veränderungsprozesse herbeiführe.

Information ist wichtig aber lediglich der erste Schritt hin zu Veränderung. Wir haben vielleicht tolle Aha-Momente, wenn wir etwas Neues lernen, aber dann fallen wir oft zurück in alte Muster. Das liegt daran, dass 80% der Nervenfasern Information vom Körper zum Gehirn schicken und nur 20% vom Gehirn zum Körper. D.h. wir müssen die verkörperte Sprache von unserem Nervensystem sprechen und können nachhaltige Veränderung nicht kognitiv herbeiführen, besonders, wenn unser Nervensystem lange Zeit in der Dysregulation also Schutzmodus verbracht hat.

Es ist sehr schwer alleine zu heilen. Regulierte Nervensystem helfen dysregulierten Nervensystemen zu heilen, denn Nervensysteme beeinflussen sich gegenseitig. Wir brauchen die Unterstützung eines Menschen, der sich mit dem Nervensystem auskennt und uns den schnellsten Weg zur Heilung zeigen kann.

Hier findest Du mehr Infos zum Nervensystem allgemein https://danielaamberg.de/nervensystem/

 

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